Fliege & Biene − einfach mal die Perspektive wechseln

Wie wir die Welt wahrnehmen, hängt stark davon ab, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Die Metapher von der Fliege und der Biene ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie unser Fokus unser Erleben bestimmt. Sie ist schnell verständlich, erleichtert den Perspektivwechsel und macht Spaß!

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Unser Fokus bestimmt, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, und bestimmt damit, welchen Ausschnitt der Welt wir wahrnehmen. Ein Leitsatz des Begründers der Hypnosystemik, Gunther Schmidt, lautet: “Aufmerksamkeitsfokussierung erzeugt menschliches Erleben”. Das heißt, wir erleben nicht einfach das, was ist. Wir erleben den Ausschnitt der Welt, auf den wir unsere Aufmerksamkeit richten.

Fliegen-Fokus und Bienen-Fokus

In diesem Zusammenhang lassen sich zwei Grundhaltungen gut mit einer Metapher beschreiben:

Der Fliegen-Fokus

Fliegen fliegen in der Regel dorthin, wo es stinkt: zum Müll, zu Fäulnis und Schlimmerem. Der Fliegen-Fokus steht also für eine Problemorientierung, die Schwächen, Risiken und Negatives verstärkt wahrnimmt.

Der Bienen-Fokus

Bienen fliegen in der Regel zu angenehm duftenden Blüten. Das bedeutet, dass wir im Bienen-Fokus das Positive wahrnehmen und uns auf Stärken, Chancen und Lösungen konzentrieren.

Der Bienen-Fokus betont das Positive: Vorteile, Chancen, Erfolge, Ressourcen…​

Der Fliegen-Fokus betont das Negative: Verluste, Risiken, Misserfolge, Schwierigkeiten…​

Beide sind nützlich:​

Der Bienen-Fokus kann eine Annäherungsmotivation erzeugen, Visionen entwerfen, attraktive Ziele beschreiben, optimistisch auf Ressourcen schauen, Chancen erkennen und Stärken hervorheben.

Der Fliegen-Fokus kann ein Gefühl der Dringlichkeit auslösen und eine Vermeidungsmotivation erzeugen. Er kann auf Risiken aufmerksam machen und eigene Schwächen selbstkritisch aufzeigen.

50% einer SWOT-Analyse finden im Fliegen-Fokus statt und 50% im Bienen-Fokus.

Anwendungsfelder in Training, Coaching und Moderation

Zwei wichtige Anwendungsbereiche erleben wir immer wieder in Training, Coaching und Moderation:

  • 1. Selbstmanagement
    Wir neigen manchmal dazu, eine gewohnte Sichtweise zu einseitig anzuwenden. Wenn wir die meiste Zeit im Bienen-Fokus unterwegs sind, fühlen wir uns tendenziell motiviert und wohl. ABER wenn wir durch die optimistische Brille schauen, unterschätzen wir oft den Aufwand hinter einer Aufgabe und blenden Risiken aus. Der Fliegen-Fokus hingegen bringt ein starkes Bewusstsein für Probleme und Risiken mit sich und hilft so, Entscheidungen kritisch zu hinterfragen und Fehler zu vermeiden. Allerdings kann sich die pessimistische Brille auch sehr negativ auf die Grundstimmung und Motivation auswirken.Es geht also wie so oft um eine Balance der Perspektiven, um eine bewusste Fokussierung in beide Richtungen. So können Denk- und Entscheidungsprozesse strukturiert werden.
  • 2. Kommunikation und Teamwork
    Die Metapher von Fliege und Biene hilft Teams, einseitige Sichtweisen aufzulösen. Der folgende Satz kann in manchen Meetings viel bewegen: “Meine Damen und Herren, vielen Dank für die letzten 10 intensiven Minuten. Wir haben im Fliegen-Fokus Probleme identifiziert, Risiken aufgezeigt und deutlich gemacht, wo überall noch Ressourcen und Kompetenzen fehlen. Ich bitte Sie nun, die verbleibenden 10 Minuten für einen Perspektivwechsel zu nutzen. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf mögliche Lösungen werfen. Lassen Sie uns Chancen sehen und gemeinsam überlegen, welche Stärken wir im Team haben und mit welchen Ressourcen wir die nächsten Schritte gestalten können. So entsteht ein ausgewogenes Bild.“

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