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Coaching

Coaching-Konzept

Ein fundiertes Coaching-Konzept schafft Klarheit über Haltung, Methoden, Grenzen und Ethik. Diese Toolbox hilft Coaches, ihre Rolle professionell zu reflektieren und zu gestalten.

Teilnehmende sitzen im Kreis, Coaching-Methodenkarten und Modelle liegen auf dem Boden – gemeinsames Arbeiten an Konzepten und Prozessen.

Coaching wirksam und reflektiert gestalten

Ein professionell entwickeltes Coaching-Konzept bildet das Fundament für eine reflektierte und wirksame Coachingpraxis. Es verdeutlicht, wie du dich im Spannungsfeld zwischen Coaching, Beratung, Training, Mentoring und Therapie positionierst, welche theoretischen Grundlagen deine Arbeit prägen, welche Methoden du einsetzt und welche ethischen Leitlinien du berücksichtigst. Diese Toolbox zeigt dir in sieben strukturierten Reflexionsschritten, wie du dein eigenes Coaching-Konzept entwickelst.

1. Dein Warum: Zielgruppen und Themen

Warum bietest du Coaching an? Für wen? Und zu welchen Themen?
Reflektiere deine Motivation, deinen fachlichen Hintergrund und deine Zielgruppen. Was ist dein Anliegen als Coach, und mit welchen beruflichen oder persönlichen Themen wenden sich deine Klient*innen an dich?

2. Deine theoretische Basis: Denkschulen und Menschenbild

Auf Basis welcher konkreten Modelle, Theorien oder Denkschulen arbeitest du? Welche Haltung gegenüber Menschen und Entwicklung leitest du daraus ab?
Beziehe dich auf für dich relevante Ansätze wie systemisches Denken, Konstruktivismus, Transaktionsanalyse oder Management- und Organisationstheorien.
Die EASC betont, dass professionelle Identität auf einer reflektierten theoretischen Basis und klar definierten Qualitätsmerkmalen beruht. Welche Hypothesen leitest du daraus in deiner Arbeit ab, und wie begründest du deine Interventionen?

3. Prozessstruktur: Dein methodisches Vorgehen

Wie gestaltest du den Coachingprozess?
Beschreibe die einzelnen Phasen deines Vorgehens: Auftragsklärung, Contracting, Arbeitsphasen, Abschluss, Transfer und Qualitätssicherung.
Wichtig: Die EASC sieht den Vertrag als zentrale Grundlage der Coachingarbeit. Kläre daher, wie du Rollen, Ziele, Vertraulichkeit, den Umgang mit Daten (inklusive digitaler Tools und KI) sowie finanzielle Aspekte transparent machst – beispielsweise in AGB, Aufklärungsgesprächen oder begleitenden Dokumenten.

4. Methodenkompetenz: Vielfalt mit System

Wie wendest du Methoden an, damit sie dem Auftrag angemessen, fachlich begründet und nachvollziehbar sind?
Ob Gesprächsführung, Psychodrama, Aufstellungen, Inneres Team oder Habit-Loop: Wähle Interventionen bewusst, erkläre ihre Funktion und achte auf Transparenz.
Die EASC fordert, nur mit Methoden zu arbeiten, für die man qualifiziert ist – und dabei die Autonomie, Würde und Gesundheit der Klient*innen zu wahren.

5. Abgrenzung zu anderen Rollen

Wie grenzt du deine Coachingrolle gegenüber Beratung, Supervision, Therapie oder Führung ab?
Die EASC legt großen Wert auf klare professionelle Rollen mit definierten Grenzen.
Frage dich: Wo neigst du dazu, in Expert*innenrat, Supervisonsbrille oder "heimliche Führung" zu rutschen? Und wie machst du diese Abgrenzung im Kontrakt und im Prozess transparent?

6. Vertraulichkeit und Grenzen der Offenheit

Was bedeutet Vertraulichkeit für dich konkret? Wo liegen für dich klare Grenzen, beispielsweise bei Gefährdung, gesetzlichen Pflichten oder organisationalen Berichtslinien?
Klarheit schafft Vertrauen. Kläre, wie du mit Informationen in Dreiecksverhältnissen (Coach–Coachee–Organisation) umgehst, wie du mit Transparenz arbeitest und wie du potenzielle Konflikte kommunizierst.

7. Grenzen der eigenen Kompetenz

Wie bestimmst du deine fachlichen Grenzen? Wann lehnst du Aufträge ab oder verweist weiter?
Die EASC verknüpft Ethik mit Qualitätssicherung: Nur wer fortlaufend reflektiert, sich weiterbildet und seine Qualifikation kritisch hinterfragt, kann professionell handeln. Definiere deine Kriterien zur Auftragsannahme und -ablehnung.

8. Umgang mit strukturellen Spannungen

Wie gehst du mit Interessenskonflikten oder widersprüchlichen Erwartungen in Dreiecksverhältnissen um?
Die EASC fordert eine klare, auf die Rolle fokussierte Arbeitsbeziehung. Reflektiere, wie du mit organisationalem Druck oder divergierenden Interessen umgehst und wie du die Autonomie des Coachees und die Integrität deiner Rolle sicherst.

Anwendung: Reflexion und Qualität für deine Praxis

Diese sieben Reflexionsfragen unterstützen dich dabei, ein fundiertes, professionelles Coaching-Konzept zu entwickeln oder zu schärfen. Du kannst sie einzeln oder im Ganzen durchgehen, beispielsweise im Rahmen deiner Ausbildung, zur Vorbereitung auf Zertifizierungen oder zur Qualitätssicherung deiner Praxis.

Quellen und Referenzen