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Coaching

Hero, Host und Servant Leadership

Hero, Servant und Host Leadership bieten unterschiedliche Perspektiven auf moderne Führung. Erfahre, wie das Host-Modell Flexibilität und Wirksamkeit vereint.

Teilnehmende sitzen im Kreis, Coaching-Methodenkarten und Modelle liegen auf dem Boden – gemeinsames Arbeiten an Konzepten und Prozessen.

Ein Vergleich moderner Führungsansätze

Neue Anforderungen an Führung

In der heutigen, dynamischen Arbeitswelt sind Führungskräfte gefordert, ihre Rolle flexibel und situationsgerecht zu gestalten. Traditionelle Führungsstile wie das heroische (Hero Leadership) oder das dienende (Servant Leadership) Modell bieten jeweils spezifische Perspektiven auf Führung. Das von Mark McKergow und Helen Bailey entwickelte Konzept des Host Leadership integriert Elemente beider Modelle und interpretiert Führung als Gastgeberrolle.

Hero Leadership

Beim Hero Leadership steht eine charismatische Führungspersönlichkeit im Mittelpunkt, die Entscheidungen trifft und die Richtung vorgibt. Dieser Führungsstil betont Autorität, Kontrolle und die Fähigkeit, in Krisensituationen schnell zu handeln.

Ein Beispiel ist ein CEO, der in einer Unternehmenskrise alleinige Entscheidungen trifft, um das Unternehmen zu stabilisieren.

Servant Leadership

Bei Servant Leadership stehen die Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Vordergrund. Führungskräfte agieren dabei unterstützend, fördern die persönliche und berufliche Entwicklung ihrer Teams und schaffen eine Kultur des Vertrauens und der Zusammenarbeit.

 Ein Beispiel ist ein Teamleiter, der regelmäßig Feedback einholt und Ressourcen bereitstellt, um die individuellen Ziele seiner Mitarbeitenden zu unterstützen.

Host Leadership

Beim Host Leadership werden Elemente des Hero Leadership und des Servant Leadership kombiniert. Dabei werden Führungskräfte als Gastgeber*innen betrachtet, die den Rahmen für Zusammenarbeit schaffen. Dieses Modell definiert sechs Rollen und vier Positionen, die Führungskräfte je nach Situation einnehmen können.

Die sechs Rollen des Host Leadership

Initiator*in – Startet Prozesse und Projekte, indem sie/er den ersten Impuls gibt.
Beispiel: Eine Führungskraft initiiert ein neues Innovationsprojekt, um Marktchancen zu nutzen.

Einladende*r – Lädt gezielt Personen ein, an Projekten teilzunehmen, und fördert so Engagement und Beteiligung.
Beispiel: Eine Projektleiterin lädt Mitarbeitende mit spezifischen Kompetenzen zur Mitarbeit an einem neuen Projekt ein.

Raumgestalter*in (Space Creator) – Schafft physische und psychologische Räume, die Zusammenarbeit und Kreativität fördern.
Beispiel: Eine Führungskraft gestaltet einen Workshopraum so, dass offene Kommunikation und Ideenaustausch möglich sind.

Torwächter*in (Gatekeeper) – Setzt Grenzen, schützt das Team vor Ablenkungen und sorgt für einen fokussierten Arbeitsfluss.
Beispiel: Ein Teamleiter priorisiert Aufgaben und schützt das Team vor unnötigen Meetings.

Vernetzer*in (Connector) – Verbindet Menschen und fördert den Aufbau von Beziehungen innerhalb und außerhalb des Teams.
Beispiel: Eine Führungskraft stellt den Kontakt zwischen zwei Abteilungen her, um Synergien zu nutzen.

Mitwirkende*r (Co-Participant) – Nimmt aktiv an den Aktivitäten des Teams teil und zeigt Präsenz.
Beispiel: Ein Manager arbeitet gemeinsam mit dem Team an einem Projekt, um Verständnis und Vertrauen zu stärken.

Die vier Positionen des Host Leadership

Im Rampenlicht (In the Spotlight) – Die Führungskraft steht im Zentrum der Aufmerksamkeit und leitet aktiv.

Unter den Gästen (With the Guests) – Die Führungskraft ist präsent, agiert jedoch nicht dominierend.

Auf der Galerie (In the Gallery) – Die Führungskraft beobachtet aus der Distanz und greift bei Bedarf ein.

In der Küche (In the Kitchen) – Die Führungskraft reflektiert, bereitet vor und plant zukünftige Schritte.

Anwendung: Flexibles Führen in agilen Umgebungen

Host Leadership ist besonders gut für agile und dynamische Arbeitsumgebungen geeignet, in denen Flexibilität, Zusammenarbeit und Eigenverantwortung gefragt sind. Je nach Situation können Führungskräfte zwischen den verschiedenen Rollen und Positionen wechseln, um ihr Team optimal zu unterstützen und zu führen.

Ein Beispiel: In einem agilen Softwareentwicklungsteam übernimmt die Führungskraft die Rolle des Vernetzers, um die Kommunikation zwischen Entwicklern und Designern zu fördern. Gleichzeitig befindet sie sich in der Position „Auf der Galerie“, um den Überblick zu behalten.

Praxisbeispiel: Kulturwandel durch neue Führungslogik

In einem mittelständischen Unternehmen wurde deutlich, dass die klassische Hierarchie zu vielen Entscheidungsengpässen führt und viele Bereiche eher träge ihre bekannten Wege gehen, anstatt agil auf Kundenwünsche und neue Möglichkeiten zu reagieren oder diese sogar proaktiv zu antizipieren.

Um die Kreativität, Eigenverantwortung und Geschwindigkeit von Entscheidungen und Prozessen zu steigern, wurde das Host Leadership-Modell eingeführt.  Die Führungskräfte wurden geschult, die sechs Rollen flexibel einzunehmen. Dies führte zu einer erhöhten Zufriedenheit der Mitarbeitenden, verbesserten Kommunikationsstrukturen und einer gesteigerten Innovationsfähigkeit.

Quellen und Referenzen

Zusätzliche Ressourcen oder Dokumente