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Coaching

Coaching mit dem LINC Tiefenprofil – Beispiel Führung

Mit dem LINC Personality Profiler lassen sich Führungsstärken gezielt analysieren und weiterentwickeln – auf Basis valider Psychologie und individueller Coachingprozesse.

Teilnehmende sitzen im Kreis, Coaching-Methodenkarten und Modelle liegen auf dem Boden – gemeinsames Arbeiten an Konzepten und Prozessen.

Persönlichkeitsbasiertes Coaching

Beim Coaching mit dem LINC Personality Profiler (LPP) werden fundierte, psychologisch validierte Persönlichkeitsdaten genutzt, um Entwicklungsprozesse sichtbar, strukturiert und handlungsorientiert zu gestalten. Nach der Durchführung des LPP besteht die Möglichkeit, ein Tiefenprofil zu einem konkreten Thema erstellen zu lassen, beispielsweise zu den Bereichen Führung, Agilität, Teamwork, Resilienz, Konfliktfähigkeit oder positives Denken. Dieses Tiefenprofil dient als Ausgangspunkt und strukturierender Leitfaden für ein fokussiertes, entwicklungsorientiertes Coaching.

Der LPP basiert auf dem international anerkannten BIG-FIVE-Modell der Persönlichkeitspsychologie und integriert zusätzlich Motive und Kompetenzen. Letztere bilden ein zentrales Arbeitsfeld im Coaching mit dem Tiefenprofil. 

1. Gesprächseinstieg und Contracting

Zielklärung (Contracting): Zu Beginn des Coachings klären Coach und Coachee gemeinsam folgende Punkte:

  • Um welches Entwicklungsziel oder welche konkrete Situation soll es gehen?

  • Was genau soll sich im Verhalten, in der Wirkung oder im Ergebnis verändern?

  • Woran würde der Coachee den Erfolg festmachen?

Erfahrene Coaches nutzen diese Zielbeschreibungen, um Hypothesen zu relevanten Themen im Profil zu bilden, beispielsweise ob bestimmte Kompetenzen im Zusammenhang mit Herausforderungen in der Führung stehen.

Selbst ohne Hypothesen bietet das Tiefenprofil durch seine klare Struktur einen systematischen Einstiegspunkt für das weitere Gespräch.

2. Erklärung des Tiefenprofils

Aufbau des Tiefenprofils (immer gleich):

Für ein Tiefenprofil werden bis zu 10 der 25 LPP-Kompetenzen ausgewählt, die thematisch zum Entwicklungsziel passen (hier: Führung). Jede Kompetenz umfasst drei Bereiche:

  1. Kompetenz mit konkreten Verhaltensbeschreibungen – z. B. „Anleitung von Menschen bei der Aufgabenbearbeitung und in sozialen Kontexten“.

  2. Darstellung der Ausprägung
    – Visuelle Darstellung auf einer Skala von gering bis sehr hoch.
    – Ein Profil-Pin zeigt die durchschnittliche Ausprägung bei Menschen mit ähnlichem Persönlichkeitsprofil (z. B. moderat). – Eine Person-Markierung zeigt die Selbsteinschätzung des*der Coachee*s (z. B. „hoch“).

  3. Persönlichkeitsfacetten, die Einfluss auf die Ausprägung haben – Erklärung, welche Facetten der BIG-FIVE-Dimensionen besonders prägend sind und wie sie die Entwicklung der Kompetenz unterstützen oder herausfordern. Beispielsweise ist das Zusammenspiel der Facetten Dominanz, Stressresistenz und Außenorientierung wesentlich für die Kompetenz "Führen". 

3. Vertiefende Besprechung einzelner Kompetenzen

a) Verhaltensbezogene Reflexion

  • Welche der beschriebenen Verhaltensweisen erkennst du in dir wieder?

  • Welche davon sind für dein Führungsanliegen hilfreich, welche weniger?

  • Wo siehst du ggf. Diskrepanzen zwischen Anspruch und gelebtem Verhalten?

b) Ausprägungsbezogene Entwicklung

  • Welche Ausprägung wurde dir im Profil gezeigt?

  • Möchtest du sie weiterentwickeln oder konsequenter umsetzen?

  • Welche konkreten Maßnahmen oder Verhaltensweisen im Alltag ergeben sich daraus?

Beispiel: Wenn der Pin im Bereich „Konfliktkompetenz“ hoch, die Person-Markierung aber gering angesetzt ist, könnte sich ein Entwicklungsfeld darin zeigen, das Potenzial aus der eigenen Persönlichkeit zu nutzen und konkrete Schritte zu überlegen, um z.B. das Verhalten "Zwischenmenschliche Konflikte frühzeitig und konstruktiv lösen" konsequent zu entwickeln.

c) Persönlichkeitsfacetten reflektieren

  • Wann hast du diese Facetten bereits positiv genutzt?

  • In welchen Situationen hattest du Schwierigkeiten, weil eine Facette besonders stark oder schwach ausgeprägt war?

  • Wie konntest du dich in diesen Situationen selbst managen?

4. Abschluss – Transfer und Maßnahmen

Zum Ende des Coachings fasst der*die Coachee zusammen:

  • Wichtigste Erkenntnisse aus der Profilarbeit

  • Konkrete Transfervereinbarungen:
    Was wirst du in deinem beruflichen Alltag konkret tun?

Beispiele: Regelmäßige Reflexionszeiten, Gezieltes Einholen von Feedback, Maßnahmen zur Selbststeuerung.

 

Quellen und Referenzen

  • LINC Institute
    Prof. Dr. Martin Puppatz & Dr. Ronald Franke (Entwicklung des LPP)

Wissenschaftlich fundierte Quellen zum LINC Personality Profiler (LPP):

  1. Manual zum wissenschaftlichen Hintergrund des LINC Personality Profiler (PDF)

  2. Infobroschüre LINC Personality Profiler (PDF)

  3. Produktseite des LINC Personality Profilers