Global Climate Strike – was braucht die Menschheit, um sich selbst zu retten?

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Image Credit: @wepresent und @anisamakhoul

Die Sicht des Change-Managers.

Menschen sind großartig: intelligent, anständig, naturverbunden… und möglicherweise nicht in der Lage den eigenen Planeten als Lebensgrundlage zu erhalten. Was kann aus Sicht des Change-Managements getan werden? 

Wir maßen uns nicht an, eine Lösung zu haben. Wir können aber Hypothesen aufstellen, die auch dem Einzelnen helfen können, einen Beitrag zur größten Herausforderung unserer Lebenszeit zu leisten. 

  1. Mache die Dringlichkeit deutlich. Im Change-Management nach John Kotter braucht es unbedingt einen „Sense of Urgency“, also das Bewusstsein dafür, dass es jetzt dringend ist, etwas zu tun. Wenn z.B. Greta Thunberg sagt: „das Haus steht in Flammen“, dann erfüllt sie genau diese Aufgabe. Aktuell scheitert es in diesem Punkt daran, dass zu viele Menschen sich als „Skeptiker“ bezeichnen und zu wenige sich als klare „Sprecher für Veränderung“  begreifen. Fridays for Future ist hier ein tolles Beispiel dafür, wie man es richtig macht. 

    Was du tun kannst: Bring das Thema auf den Tisch. Sprich mit Menschen darüber, dass es jetzt wichtig und dringend ist, etwas zu tun. Habe keine Scheu davor. 

  2. Wir brauchen eine Führungskoalition. Wenn Veränderung gelingen soll, dann müssen Menschen mit Einfluss sich zusammenfinden und den Change vorantreiben. Es ist bewundernswert, dass Jugendliche und Kinder sich am sichtbarsten für die Veränderung kämpfen. Es ist aber auch viel zu wenig! Es braucht Schwergewichte aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion und anderen Bereichen, die sich zusammentun und gemeinsam, mit der gleichen Leidenschaft wie die Jugend, für die Veränderung eintreten. 

    Was du tun kannst: Unterstütze Politiker, Unternehmen, Künstler, die sich für das Klima engagieren. Sei auch hier sichtbar auf sozialen Medien, bei Wahlen, beim Kauf von Produkten. 

  3. Was ist unsere gemeinsame Vision? Welche Zukunft gestalten wir eigentlich? Aktuelle Vorschläge stellen oft den Verzicht in den Mittelpunkt. Keine Flugreisen, kein Fleisch, kein Einfamilienhaus… aber was wird es statt dessen geben? Was ist die attraktive Alternative? Politische Vorschläge wie „Green New Deal“ auf beiden Seiten des Atlantik sind leider oft (noch) nicht bildhaft, begeisternd und konkret genug ins Bewusstsein vorgedrungen. Vor allem sind sie leicht angreifbar und werden zum Teil lächlich gemacht, von Interessensgruppen, die sich gefährdet fühlen.  Eine mächtige Presse- und Lobbyarbeit dieser Interessensgruppen hat oft eine größere Öffentlichkeitswirkung, als die positiven Visionen, die dadurch attackiert werden. 

    Was du tun kannst: Informiere dich über Vorschläge, wie eine nachhaltige Zukunft Spaß machen kann. Ohne positive Zukunftsvision gibt es keine Motivation und keine Aktion. Sprich über positive Vorschläge für eine neuen, nachhaltigen Welt.

    Im Change-Management-Modell von Kotter folgen nun noch fünf weitere Schritte, damit sich engagierte Menschen einbringen können, Hürden abgebaut werden, Erfolgsmeldungen in den Vordergrund rücken usw. 

    Allerdings besagt das Modell auch, dass Change scheitern wird, wenn die einzelnen Stufen nicht gemeistert werden. Aktuell sollten wir also auf die ersten drei Schritte schauen und hier können wir alle wertvolle Beiträge leisten! 

    Das heißt: Sprich mit Menschen darüber, wie dringend es ist, JETZT etwas zu tun. Setze Zeichen, Spare Strom, Wasser, Benzin….   Und das nicht nur am Gobal Climate Strike Day, sondern immer öfter und immer wieder. 

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