Accelerated Learning

Accelerated Learning – beschleunigtes Lernen – ist eine Lehr- und Lernmethode, die eine nachhaltige Verankerung von Lerninhalten im Langzeitgedächtnis ermöglicht und damit zu mehr Trainingseffizienz und Praxistransfer führt.

Das Konzept des Accelerated Learning kommt von Dave Meier und beschreibt, wie man das Lernen beschleunigen kann.

Meier unterteilt den Lernvorgang in vier Phasen, in denen die Lernenden ihren Lernprozess aus folgenden Faktoren gestalten:

  • ihrem eigenen Vorwissen und Erfahrungen
  • dem Wissen und der Erfahrung ihres Umfeldes
  • neuem Input
  • neuen Erfahrungen
  • Anwenden des Neuen

Mit dem Wissen über dieses Tool, schaffst du es deinen Lernvorgang und den deiner TeilnehmerInnen zu verbessern, mehr Informationen schneller zu vermitteln und sicherer abzuspeichern. Beim Accelerated Learning beschreibt Meier einen Zyklus, den du verwenden kannst, um dir entweder selbst Wissen anzueignen oder den lernenden  Personen beizubringen.

  1. Preperation
    Der Zyklus startet mit der Preperation-Phase.
    Darin gilt es die Lernenden in ein positives Lernumfeld zu leiten und ihre Neugier am Thema zu wecken. Auch sollten hier bereits Lernbarrieren entfernt werden. Dabei hilft es den Lernenden die Ziele und den Nutzen des zu lernenden Materials aufzuzeigen.
  2. Presentation
    Im nächsten Teil des Zyklus, der Presentation-Phase, kommt der/die Lernende mit dem Thema das erste Mal in Kontakt. Diese Phase gilt es interaktiv und spannend, bspw. durch Fallbeispiele oder kurze Videos, zu gestalten.
    Auch eigenen sich hier Partner- und Teamaufgaben.
  3. Practice
    Danach beginnt der dritte Teil, die Practice-Phase. Nun beginnt der/die Lernende immer mehr in dem neuen Thema zu arbeiten. Denn das Gehirn ist vor allem dann am besten, wenn es aktiv gefordert wird. Dabei ist es wichtig, dass er sein bisheriges Wissen mit einfließen lässt. Als Trainer ist es an der Stelle nötig, den lernenden Personen immer wieder in vertiefende Übungen zu bringen, Raum zum sicheren Probieren zu schaffen und ihm Hilfestellungen und Übungszyklen an die Hand zu geben. Dafür bieten sich auch praktische Versuche und Simulationen an. Dies sollte immer mit Feedback, Reflexion und anschließendem neuen Versuch geschehen.
  4. Performance
    In der vierten Phase, der Performance-Phase, soll es nun vorrangig um das Problemlösen gehen. Der/Die Lernende hat jetzt die Möglichkeit mit dem neu Gelernten erste Fälle zu lösen. Dies erfolgt beispielsweise in Rollenspielen oder Simulationen. Wichtig in der Phase ist das Feedback vom Trainer. In der Phase ist es ratsam gemeinsame Durchführungspläne zu entwerfen und auch Unterlagen zur Nachbetreung bereitzustellen.

7 Leitideen

Lernen umfasst Geist und Körper in ihrer Ganzheit

Bindet man also den ganzen Körper mit in den Lernvorgang ein, lassen die Erfolge nicht lange auf sich warten.

Lernen ist kreieren, nicht konsumieren

Wir lernen nicht nur durch passives Aufnehmen von Inhalten sondern am meisten, wenn wir neu Erlerntes in unseren eigenen Erfahrungsschatz aufnehmen und auf unsere Weise anwenden können.

Zusammenarbeit fördert Lernen

In einer Lerngemeinschaft lernen wir deutlich mehr als alleine, denn vor allem auch die Gespräche und der Austausch von Ideen mit Anderen fördern unsere Wissenszunahme.

Lernen geschieht auf vielen Ebenen gleichzeitig

Auch wenn man es nur schwer glauben kann, aber unser Gehirn wird umso leistungsfähiger, umso mehr wir es fördern. Daher sollten wir es auch so gut wie möglich auf vielen Kanälen ansprechen.

Lernen entspringt aus dem Verrichten der eigentlichen Arbeit (mit Feedback)

Wenn wir vielleicht mal an unser erstes Mal Fahrrad fahren denken, wird schnell klar, dass wir nur mit dem theoretischen Wissen über das Fahrrad fahren noch heute nicht Fahrrad fahren würden. Natürlich brauchte es aber nach dem ersten Sturz auch noch das ein oder andere Feedback, um es sicher Fahren zu können.

Positive Emotionen verbessern das Lernen erheblich

Unter Stress und Angst ist unser Gehirn eher auf Wegrennen eingestellt, als auf neues Dazulernen. In entspannten, positiven Situationen kann sich unser Gehirn in Ruhe auf Neues einlassen.

Das bildliche Gehirn erfasst Informationen sofort und automatisch

Unser Gehirn kann Bilder viel schneller aufnehmen und vor allem kann unser Gehirn auf die Informationen hinter den Bildern besser zurückgreifen, als auf Wörter.

Übung

Durch Abwechslung lernen wir besser. Vielleicht versuchst du das nächste Mal wenn du etwas neues Lernen möchtest, nicht nur den ganzen Tag eine Sache zu lernen, sondern staffelst dir mehrere kleine Lerneinheiten am Tag mit verschiedenen Themen.

Dies kann dir helfen die Informationen der verschiedenen Lernbereiche zu verknüpfen und dein Wissensnetz größer und dichter zu machen. Du wirst merken, wie gut du später auf das neu Gelernte zugreifen kannst. Geprägt wurde der Begriff des Accelerated Learning (AL) vom Amerikaner Dave Meier, der bereits Anfang der 80er-Jahre mit dem Center for Accelerated Learning ein gleichnamiges Institut in Lake Geneva im US-Bundesstaat Wisconsin gründete. Mehr Infos dazu gibt es hier: https://www.alcenter.com

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