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Coaching

Beratertrance

Die Beratertrance beschreibt einen inneren Zustand der Präsenz, in dem Coaches Zugang zu ihren eigenen Ressourcen haben und gleichzeitig einen geschützten Raum für die Entwicklung ihrer Klient*innen schaffen – fokussiert, allparteilich und lösungsorientiert.

Teilnehmende sitzen im Kreis, Coaching-Methodenkarten und Modelle liegen auf dem Boden – gemeinsames Arbeiten an Konzepten und Prozessen.

Innere Präsenz als Grundlage wirksamer Beratung

Die Beratertrance (nach Gunther Schmidt) beschreibt einen inneren Zustand von Coaches, Trainer+innen und Moderato+rinnen, in dem sie über eine optimale Haltung und Präsenz verfügen. Dieser Zustand ermöglicht es dem Coach, seine eigenen Ressourcen zu spüren, flexibel und aufmerksam zu sein sowie angemessenen Schutz für sich selbst zu erleben.

Vertrauensraum und Lösungstrance

Auf dieser Basis entsteht eine vertrauensvolle Beziehung zum Coachee und ein geschützter Raum, in dem Lösungsprozesse möglich werden. Die Beratertrance kann somit als eine besondere Form der „Lösungstrance“ verstanden werden.

Gunther Schmidt beschreibt diesen Zustand bildhaft: Unterstützende innere Ressourcen stehen wie in einem Halbkreis hinter dem Coach bereit, während zum Coachee hin eine „durchlässige Membran“ wirkt – ähnlich einem Energiefeld. So kann alles Konstruktive frei fließen, während Belastendes auf Abstand gehalten wird.

Fünf zentrale Elemente der Beratertrance

In der Beratertrance verbindet der Coach durch innere Fokussierung auf Bilder, Klänge und Körperempfinden verschiedene Haltungen und Fähigkeiten miteinander:

  • Ressourcenzugriff: Eigene Stärken und Kompetenzen sind jederzeit verfügbar. Oft können diese imaginär im Raum zum Beispiel im Halbkreis um den eigenen Körper herum imaginiert werden, so dass sie stets in Reichweite sind.

  • Aufmerksamkeit und Beobachtung: hohe Präsenz, geschärfte Wahrnehmung und feine Beobachtungsgabe. Dies kann sich beispielsweise in einer individuell empfundenen “helleren” inneren Wahrnehmung oder in einem “schärferen Bild” oder einem fokussierten Hören ausdrücken.

  • Haltung der Allparteilichkeit: gleichzeitige Zugewandtheit zu allen (inneren) Beteiligten und dabei stets fokussiert auf das gewünschte Erleben bleiben. Dies kann sich beispielsweise wie ein inneres Balancieren oder Wellenreiten anfühlen – eine Stabilität die dynamisch in jedem Moment erzeugt wird.

  • Wertschätzung und Lösungsorientierung: Anerkennung der Person und konsequente Fokussierung auf konstruktive Entwicklung. Visuell kann sich dies als positive Ausstrahlung, als wohltuendes Gefühl oder als klarer Blick in Richtung Ziele ausdrücken.

  • Schutz der eigenen Haltung: Ein gesundes psychologisches Schutzschild, das die positive Grundhaltung wahrt und emotionale Überlastung verhindert. Gunther Schmidt spricht in diesem Zusammenhang beispielsweise von einem „Energieschild ähnlich wie bei Star Wars“, durch das alles Hilfreiche hindurchdringt und alles Unerwünschte auf einer Armlänge Abstand bleibt.

Anwendung: Selbstwirksam in Beziehung gehen

Die Beratertrance unterstützt Coaches und Berater*innen darin, sich selbst in ihrer Kraft und Kompetenz zu spüren und aus dieser Position heraus in Kontakt zu gehen, um:

  • eine stabile Arbeitsbeziehung aufzubauen und zu halten

  • in komplexen Situationen souverän und klar zu agieren

  • die eigene psychologische Sicherheit zu schützen

  • und gleichzeitig die Ressourcen und Potenziale des Coachees gezielt zu aktivieren.

Quellen und Referenzen

  • Schmidt, G. (verschiedene Veröffentlichungen zur hypnosystemischen Therapie und Beratung).

  • „Lösungstrance“ nach Gunther Schmidt: herz-und-hirn.com – Lösungstrance